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Mein (endlich angekommener) KIA e-Niro

Nun sind es schon über drei Monate, das ich mit dem e-Niro fahre und das gute Stück hat jetzt 9100km auf dem Tacho. Genial wie die Bremsscheiben immer noch aussehen. Fast wie neu aus dem Regal. Der Verbrauch ist wirklich toll und entsprechend die Reichweite auch. Im Juli habe ich kein einziges mal auswärts geladen, die längste Tagesetappe von 394km ging sich locker aus. Waren sogar noch 43km Rest im (Elektronen-) Tank.

Ich muss sagen, ich bin wirklich total zufrieden und mittlerweile steigt man ja auch einfach in das Auto ohne drüber nachzudenken, dass es ein Stromauto ist. Es ist einfach Normalität geworden und das ist gut so. Ich habe heute noch im alten Verbrennerforum geschrieben, dass man sich irgendwann überhaupt keinen Kopf mehr macht. Früher hat man ja auch rechtzeitig nachgetankt wenn es am nächsten Tag weiter weg ging und genauso selbstverständlich steckt man halt heute den Stecker ins Auto wenn man nach Hause kommt. Das finde ich schon erstaunlich, wie schnell das tatsächlich einfach "normal" wird.

Hier mal eine kurze Aufstellung meiner Verbräuche und Kosten. Die Leistung der PV Anlage ist in den Kosten nicht berücksichtigt, da ich ja nicht sagen kann wie viel davon tatsächlich in die Autos gegangen ist. Aber mir gibt es schon ein super Gefühl zu wissen, das man zumindest bilanziell (fast) CO2 neutral unterwegs war.

Kosten e-Niro

 

Ach und mein BAFA Bewilligungsbescheid ist auch heute gekommen 3000,- plus 100,- fürs VESS (Beantragt am 25.04.) Jetzt warte ich noch auf die Förderung vom Land NRW für Selbstständige (4000,-). Das haben sie ja in der Zwischenzeit wieder abgeschafft aber mein Antrag war letztes Jahr schon bewilligt worden.

Einziger Wermutstropfen, der BAFA Antrag meiner Frau für Ihren Kona (gestellt am 20.03!) ist immer noch nicht bewilligt. Auf eine entsprechende Nachfrage per MAil ist auch noch nicht geantwortet worden. Das verstehe wer will.

Es grüßt der michel aus dem Sauerland 🙂

Sehr informativ, Danke Dir Michel 😎

Ich akzeptiere gaaaar nix!

So, nach 5 Monaten und 2 Tagen war am Freitag der erste Service fällig.

- Inspektion bei Kilometerstand 14770
- Auto gewaschen und Fußräume gesaugt.
- Diverse Updates gemacht (Navi, BMS, CMU? oder so ähnlich)
- Kostenlos! Wischwasser aufgefüllt. Da wurde sogar extra nochmal drauf hingewiesen
- Rechnungsbetrag 85,30Euro Brutto 😍

Bin zufrieden.

 

 

Und dann noch schnell meine Erfahrung mit dem ersten Urlaub im Elektroauto.War eigentlich für ein anderes Forum geschrieben (Verbrenner). Daher nicht wundern wenn einiges erklärt wird. Das wisst ihr hier natürlich alle 😘

Ich habe euch auch ein paar Urlaubsfotos eingefügt, damit es nicht ganz so langweilig wird :p

Nach schon fast 12000km mit beruflicher Nutzung war die einzige Herausforderung die mir mit dem Elektroauto noch fehlte, die Fahrt in den Urlaub. Diese Herausforderung sich über einen Zeitraum von zwei Wochen von der heimischen Steckdose zu verabschieden haben wir in den ersten zwei Septemberwochen nachgeholt. Um es für alle die nicht so viel lesen wollen vorweg zu nehmen: Wir sind nicht liegen geblieben, mussten nicht stundenlang irgendwo im nirgendwo an einem Diesel-Notstromaggregat aufladen oder mit einem Abschlepper irgendwo hingebracht werden. Es wurden 2120 absolut problemlose Kilometer ohne Reichweitenangst oder leerem Akku. Aber fangen wir vorne an.

Für uns sollte es nach zweijähriger Pause mal wieder mit den Hunden zum Wandern in den Schwarzwald gehen. Wir lieben den Hochschwarzwald rund um Schluchsee und die Wutachschlucht und so hat es uns diesmal in eine FeWo nach Ühlingen Birkendorf verschlagen. An und Abfahrt bis dorthin sind für uns jeweils rund 510km. Hin sind wir die A5 und über Freiburg gefahren, zurück die A81 über Stuttgart und in Karlsruhe wieder auf die A5. Ab dem Gambacher Kreuz dann die A45 von/bis Lüdenscheid.

Zuerst ging es an die Überlegung bezüglich der Ladestrategie. Wie bisher auch mit dem Verbrenner, wollten wir gegen 6 Uhr (wie immer wurde es dann doch viertel nach), ohne Hundespaziergang und Fütterung los. Nach rund 2 Stunden machten/machen wir dann üblicherweise eine Pause in der wir mit den Hunden gehen und sie ihr Frühstück bekommen. Außerdem wollte ich gerne mit mindestens 30% Rest im Akku in der FeWo ankommen um nicht vor Ort sofort nach Säulen suchen zu müssen. Also lief alles auf eine (sehr konservative) 2 Stopp Strategie hinaus.

ABRP schlug den ersten Stopp an der Raststätte Pfungstadt vor und den zweiten an der Raststätte Mahlberg. Dort gibt es auch einen Mäckes, wo wir dann Mittag machen wollten. Das waren dann Etappen von ungefähr 200km, 200km und 110km. Am ersten Stopp sind wir dann auch nach ziemlich genau 2 Stunden angekommen. Akkustand war 40%, also eigentlich noch viel zu früh zum laden. Trotzdem haben wir natürlich angeschlossen und sind dann erstmal 20 Minuten mit den Hunden spazieren gewesen. Im Anschluss haben sie noch schnell ihr Frühstück bekommen. Nach genau 30 Minuten und 27 Sekunden habe ich das Auto wieder abgestöpselt. Der Akku war bis auf 79% geladen und es ging auf die zweiten 200km.

Erster Ladestopp auf der Hinfahrt. Wichtig, Reihenfolge einhalten. Erst alles wieder einladen, Foto machen und als letzte Aktion den Stecker ziehen. Jede Kilowattsekunde zählt 😀

Für diese zweiten 200km haben wir etwas länger gebraucht als für die ersten, da der Verkehr deutlich dichter war. Ankunft hier war mit 30% Rest im Akku was laut Anzeige noch für 127km gereicht hätte. Wir wären so also schon bis in unserer FeWo gekommen, da die letzten 80km nur noch Landstraße sind und der Verbrauch da nochmal deutlich fällt. Aber da wir ja 30% Rest behalten wollten und die Ladesäulen gerade da standen, haben wir angeschlossen und sind wieder mit den Hunden gelaufen. Hinter der Raststätte kam man in ein schönes Waldgebiet und wir sind dort 40 Minuten spazieren gewesen. Als wir zurück kamen war der Wagen schon bei 83% (350km), viel mehr als wir laden wollten. Gestoppt habe ich die Ladung nach 43 Minuten und 17 Sekunden. Eigentlich wollten wir dort ja auch noch etwas essen, aber es war uns mit 11:15Uhr noch zu früh, also sind wir erst mal weiter und haben die obligatorische Mäckes-Pause später nachgeholt.

Ankunft an unserer Ferienwohnung war um 13:20hr mit 56% (231km) Rest im Akku. Jetzt waren wir durch das Elektroauto schon soooo lange 😁unterwegs und was passiert? Wir waren zu früh, die Wohnung war noch gar nicht fertig.
Die 510km Hinfahrt (ca. 410km Autobahn und 100km über Land) hat uns also genau 7 Stunden gekostet. Inklusive insgesamt einer Stunde Hundespaziergang und einer Fastfood Pause. Das letzte mal als wir die Tour mit dem Verbrenner gefahren sind, waren wir 6,5 Stunden unterwegs. Der Unterschied liegt hauptsächlich im zweiten Stopp, der mit dem Verbrenner natürlich deutlich kürzer ausgefallen wäre. Da hätte es keinen 40 Minuten Spaziergang sondern nur einen kurzen gegeben. Ansonsten haben wir früher alles genauso gemacht.

Mit 231km Rest im Akku waren wir natürlich für die ersten Tage gut aufgestellt. Am ersten Urlaubstag nach Anreise regnete es und wir haben ein kleines Heimatmuseum besucht. Dort gab es vor der Tür eine AC Ladestation, an die ich natürlich gleich mal angestöpselt habe obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre.

Diese 22kW AC Ladestationen (an denen der Niro 11kW ziehen kann) haben uns dann den ganzen Urlaub durch begleitet. Um es zu verdeutlichen, an diesen Stationen kann ich (wie zu Hause an der Wallbox) in einer Stunde Strom für etwa 75km Reichweite laden. An dieser Ladesäule vor dem Museum haben wir 1,5 Stunden gestanden, bevor wir aus dem Museum geflüchtet sind. Eine ganze Busladung anderer Menschen strömte herein und wir haben dann lieber eine Spaziergang gemacht.

Da wir nur Hundefutter für das erste Wochenende mitgenommen hatten, mussten wir Montag zum Einkaufen nach Waldshut Tiengen, wo es den nächsten Fressnapf gibt. Direkt neben dem Fressnapf gab es in einem Einkaufszentrum eine kostenlose Ladestation, die natürlich ausprobiert werden wollte. Hier haben wir während unseres Einkaufs und eines kurzen Snacks in einer guten Stunde ungefähr 80km für Umme nachgeladen. Da wir danach noch eine Wanderung machen wollten haben wir aber auf längeres Stromschnorren verzichtet.

...und hier kam der kostenlose Stron wohl her. Atomkraftwerk Leibstadt

 

Wie sich heraus stellte, war es letztendlich absolut kein Problem das Auto irgendwo zu laden. In vielen, auch kleineren, Orten gibt es zumindest eine AC Ladestation mit zwei Anschlüssen.

Wir haben das Auto so z.B. vier mal angeschlossen wenn wir wandern waren und dort jeweils zwischen 2,5 und 4 Stunden geladen.

Der Akku war eigentlich immer in der oberen Hälfte und Nicole musste mich teilweise bremsen nicht noch öfter anzuschließen. Weil irgendwann wird es zu einer Art Sport, zu schauen ob es in der Nähe des eigentlichen Ziels nicht vielleicht auch eine Ladesäule gibt. Ob man die nun braucht oder nicht 😮

Ein einziges Problem gab es als wir auf dem Feldberg waren. Da gibt es im Parkhaus vier Ladeplätze und auch dort haben wir natürlich angeschlossen. Als wir nach fünf Stunden zurück kamen mussten wir aber feststellen, dass die Ladung, aus welchem Grund auch immer, nach 1 Stunde und 20 Minuten abgebrochen war. Leider hatte ich auch keinen Handyempfang, sodass mich die Meldung vom Ladeabbruch erst erreichte als wir eh schon fast wieder am Auto waren. Für uns in diesem Fall nicht schlimm, aber wenn man mal wirklich drauf angewiesen ist schon blöd.

An allen Plätzen war unser Auto immer das einzige was geladen hat. Bis auf einmal, als bei unserer Rückkehr am zweiten Platz ein Tesla aus Holland stand.

Das wird sich wahrscheinlich dann demnächst ändern, wenn die e-Autos deutlich mehr werden. Aber ich hoffe der Ausbau der Ladesäulen geht in Zukunft auch schneller voran. Wir haben uns also an den vom Tesla Papst Ove Kröger geprägten Satz „steht er dann lädt er“ gehalten. Man fährt mit dem Elektroauto nicht irgendwo hin um zu „tanken“ und wartet dort bis das Auto voll ist. In diesem Urlaub hat immer das Auto auf uns gewartet und alleine „getankt“ während wir weg waren. Geiles Beispiel, in Lenzkirch gibt es ein tolles Cafe mit der leckersten Schwarzwälder Kirschtorte ever. Dort sind wir eigentlich in jedem Schwarzwaldurlaub mindestens ein mal. Direkt auf dem Kirchplatz neben dem Cafe ist eine Ladesäule. Wir haben dort schön in der Sonne gesessen, Kuchen gegessen, während das Auto in Sichtweite geladen hat. Zwar „nur“ 40 Minuten, aber auch das gab 50km in den Akku und einen kostenlosen Parkplatz direkt vor der Tür. Oder, einmal vor einem Edeka Markt in Bonndorf, wo wir nur 12 Minuten geladen haben während wir schnell noch ein paar Getränke gekauft haben. Da das ein 50kW DC Lader war gab es in den 12 Minuten immerhin 70km in den Akku. Das ist halt etwas, dass man sich angewöhnen muss.

Auch der schönste Urlaub geht irgendwann zu Ende und während die Fahrt in den Urlaub für mich schon Urlaub ist, hasse ich die Rückfahrt. Daher habe ich für die Heimfahrt nur einen Stopp eingeplant. Das Auto hatten wir am vorletzten Tag, während wir Wandern waren, und uns die Sauschwänzlebahn angesehen haben, auf 100% geladen gehabt.

So ging es dann, nachdem wir am letzten Urlaubstag noch 80km verfahren haben, mit einem Akkustand von 82% auf die Heimfahrt. Eigentlich wollten wir um halb neun los, haben uns dann aber noch mit den Vermietern der FeWo verquatscht, sodass es fast 10 Uhr war als wir los sind.

Die einzige Ladung auf der Rückfahrt sollte bei ca 250km, also bei etwa der Hälfte der Strecke, auf der der A5 passieren. Als wir kurz vor Karlsruhe waren kam aber die Meldung, dass die A5 hinter Bruchsal nach einem Unfall voll gesperrt war. Also haben wir etwas umdisponiert, sind ein paar Kilometer über Land gefahren und dann auf die A6/A67. Hier haben wir uns nach Blick in die EnBW App zum laden für den Rasthof Lorsch entschieden, wo wir nach gut 3,5 Stunden und 280km Fahrt mit 21% Rest angekommen sind. Der bis dato niedrigste Akkustand des gesamten Urlaubs aber immer noch gut für rund 90km. Überhaupt muss man sagen, im Süden Deutschlands muss man sich auf Langstrecke wirklich keine Gedanken mehr machen, dort gibt es auf fast jeder zweiten Raststätte HPC Lader. Gerade EnBW ist da sehr umtriebig.
Auch am Rasthof Lorsch gab es EnBW Ladesäulen und vor allem, man kann auch dort wunderbar hinter der Raststätte über die Versorgungszufahrt in den Wald, wo wir den Hunden, nach dieser langen Zeit im Kofferraum, einen ausgiebigen Spaziergang gegönnt haben. Als wir zurück kamen war der Akkustand schon auf 77%, wir haben praktisch nur noch die Hunde eingeladen und sind nach 39 Minuten wieder los. Kleine Anekdote, der Rastplatz war total voll und die Toiletten entsprechend überlaufen. Wir hörten wie eine Frau meinte sie hätte 30 Minuten gebraucht bis sie endlich auf dem Klo war. Corona sei Dank auch vor den Toiletten riesige Schlangen. Zeitaufwand für einmal pinkeln gehen = einmal Elektroauto laden 😉

Um 16:17Uhr sind wir dann zu Hause aufgeschlagen. Die Rückfahrt war also inkl. Stauumfahrung und 40 Minuten Pause eine halbe Stunde schneller als die Hinfahrt. Akkustand bei Heimkehr, 19%.

Die Kosten für diese 2117,8km beliefen sich auf ziemlich genau 100 Euro, inkl. der letzten Vollladung zu Hause. AC Ladungen zu 28,27 Cent/kWh, DC Ladungen zu 38,02 Cent/kWh Zuhause 19,25 Cent/kWh. Alle Ladungen wurden mit der ADAC/EnBW Karte durchgeführt (16% MwSt).

Wenn ich den Durchschnittsverbrauch der letzten 3 Jahre meines letzten CX5 mit dem von mir an den Tankstellen gesehenen Preisen von 1,03Euro multipliziere, wären wir damit bei rund 175,- Euro gelandet. Kein Vermögen diese Differenz aber trotz niedriger Dieselpreise und öffentlichem Laden schon noch eine ganz ordentliche Einsparung.

Fazit: Ein Urlaub, so wie wir ihn in der Regel machen, ist auch mit einem Elektroauto ohne Probleme oder zusätzlichen Aufwand möglich. Uns hat es vielleicht eine zusätzlich Stunde gekostet. Eine halbe auf der Hinfahrt und eine halbe auf der Rückfahrt. Ich habe die drei oder vier Tankstopps nicht vermisst und das anstecken an die Ladesäule empfinde ich nicht als störend oder als Aufwand. Auch die An und Abfahrtzeiten haben sich für uns nicht großartig verändert, da „Hundepausen“ eh immer schon gemacht wurden. Klar, wenn es dann an die doppelte Entfernung ans Mittelmeer geht, sind es dann vielleicht jeweils zwei Stunden.
Das wir in diesem Urlaub immer zwei leere Plätze an den Ladesäulen vorgefunden haben darf natürlich nicht darüber hinweg täuschen, dass in Sachen Ausbau weiter Vollgas gegeben werden muss.

Ich möchte mein Stromauto jedenfalls nicht mehr missen. 😎

Es grüßt der michel aus dem Sauerland 🙂

Netter Bericht, hat Spaß gemacht zu lesen. 🙂👍🏼