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EEG

Hallo ich möchte ein paar Zitate von Andreas Fendt hier veröffentlichen.
Andreas Fendt ist BIObauer, hat eine Solaranlage ist auch Direktvermarkter für Strom, Mitglied in einer  Energiegenossenschaft,  und hat auch einen Speicher.

  1. Was passiert mit Altanlagen Förderung nach 20 Jahre : Die Anlagen habe sich alle sehr gut gerechnet, Renditen von bis zu 15% als Volleinspeiser mit hoch geförderter Einspeisevergütung. Den Anspruch, daß diese Anlagen weiter hohe Gewinne machen sollen, finde ich nicht gerecht, ein Gewinn wäre hier auch, den eigenen Strom zu erzeugen und somit Strombezug zu ersetzen, mit dem Strombezug wird u.a. auch das solidarische Stromnetz betrieben und mit Stromsteuer/Mwst auch allgemeine Staatsausgaben wie Bildung, Infrastruktur, Gesundheitswesen u.a. finanziert. Eine abgeschriebene PV Altanlage braucht auch keine hohe Versicherung mehr, es reicht eine reine Betreiberhaftpflicht, die kostet um 50 Euro im Jahr. das bringt bei 2,5 ct/kWh auch schon eine 2 kWp Anlage weiterhin ein. Welche Optionen gibt es für Altanlagen? Dazu muss man spekulieren wie die EEG Novelle ausgeht: Option 1: Nichts passiert so schnell (meine Vermutung): wenn die EEG Novelle ein Gesetz wird, welches auch durch den Bundesrat muss, dann wird das so nicht gehen, es folgt Vermittlungsausschuß etc. und dann kommt es eher Mitte 2021, vielleicht gar nicht mehr vor der Wahl. Dann haben Ü20 Anlagen 2 Möglichkeiten: 1) Abschalten und evtl. repowern (also neue Module und neuer Wechselrichter auf die alte PV Unterkonstruktion und dann mit Eigenverbrauch wieder 20 Jahre EEG Garantie. Altmodule nach Afrika spenden!) 2) Wechsel in die sonstige Direktvermarktung (heute schon legal im bestehenden EEG möglich). Option 2: Das EEG wird umgesetzt wie im Entwurf: dann gibt es die 3. Möglichkeit eben gar nichts zu tun und weitere 7 Jahre Bestandsschutz zu haben und dann eben ca. 2-3 ct / kWh zu bekommen. Option 3: es kommt doch alles anders, dann werden wir sehen, welche Optionen sich dann ergeben.

Ich meine wir brauchen einen gesellschaftlichen Dialog, welche Gewinne für ausgeförderte Anlagen angemessen wären und da sollten auch die zu Wort kommen, die weder das Privileg eines eigenen Daches haben noch eine abgeschriebene PV Anlage, die über 20 Jahre lang goldene Eier legte. Unternehmerisch gedacht heisst das derzeit: Abwägung was ist günstiger, weiterlaufen lassen mit geringen Verlusten oder gar Abbau- und Entsorgungskosten tragen?

 

2. Einsatz von Speicher: Ist der Mensch IMMER bestrebt eine gewisse Unabhängigkeit zu erlangen? Nein! Denn dann wäre die Menschheit ein Sammelsurium von unabhängigen Gruppen, aber der Mensch hat als soziales Wesen schon immer auch Gemeinschaft gepflegt, sei es zur Mammutjagd oder eben dem Betreiben eines Stromnetzes und daher brauchen wir viel Einspeisung, um die Menschen mitzunehmen, die kein eigenes Dach haben. Gibt es Schöneres als den Gedanken "mit meinem Sonnen-Strom backt man im Nachbarhaus gerade einen Kuchen?" Und mit der PV allein (und auch nicht mit Speicher) bekommt man noch lange keine Unabhängigkeit, besonders im Winter ist man auf das Netz angewiesen, aber trägt selbst durch wenigen Bezug wenig zum Unterhalt des öffentlichen Stromnetzes bei. Das wird sicher nicht so bleiben, die Grundgebühren für "Autarkisten" werden massiv steigen und das wäre nur gerecht.

Speicher finde ich gut, nur: Speicher bedeutet auch, man zahlt weniger in die Solidargemeinschft über den sonnigen Monate ein, für die Netzstabilität. Besonders im Winter ist man auf das Netz angewiesen, aber trägt selbst durch wenigen Bezug wenig zum Unterhalt des öffentlichen Stromnetzes bei.Altanlagen" Die Anlagen habe sich alle sehr gut gerechnet, Renditen von bis zu 15% als Volleinspeiser mit hoch geförderter Einspeisevergütung. Den Anspruch, daß diese Anlagen weiter hohe Gewinne machen sollen, finde ich nicht gerecht, ein Gewinn wäre hier auch, den eigenen Strom zu erzeugen und somit Strombezug zu ersetzen, mit dem Strombezug wird u.a. auch das solidarische Stromnetz betrieben und mit Stromsteuer/Mwst auch allgemeine Staatsausgaben wie Bildung, Infrastruktur, Gesundheitswesen u.a. finanziert. Eine abgeschriebene PV Altanlage braucht auch keine hohe Versicherung mehr, es reicht eine reine Betreiberhaftpflicht, die kostet um 50 Euro im Jahr. das bringt bei 2,5 ct/kWh auch schon eine 2 kWp Anlage weiterhin ein.

3. Eigenverbrauch und Steuern:

Die Mwst. auf Eigenverbrauch nennt sich hier unentgeltliche Wertabgabe und hat weder was mit der ab 10 kWp fälligen EEG Umlage zu tun, noch verstösst sie gegen EU Recht! Jeder der gewerblich tätig ist muß selbst verbrauchte Erzeugnisse i.d.R. doppelt versteuern. Einmal als Sachentnahme mit dem Marktwert des Produkt in der Einkommensteuer und dann noch die Mwst auf die Wertabgabe. Schwierig sind Bemessungsgrundlagen. Es hat sich bewährt für die Einkommenssteuer die Höhe der Einspeisevergütung heranzziehen und für die Mwst, die Höhe des Strompreises vom Zukauf (incl. umgelegter Grundgebühr) Und ja, wenn ich als Biobauer meine eigenen Tomaten esse, muss ich den Marktwert dafür versteuern und derzeit noch 5% Mwst, abführen. Führe ich keine Aufzeichnungen gibt es je nach Gewerbe Pauschsätze, die jährlich angepasst werden. Und nein, das war noch nie anders!

4. Der Winter

Es ist ein Illusion zu glauben man könne eine Energiewende hinbekommen, bei der D alles selbst regenerativ , wenn heute 80% Energie importiert wird von Kohle über Erdgas über Heizöl bis Benzin Statement. Eine Wärmewende mit Wärmepumpen wird scheitern, weil gerade im Winter zu wenig EE Strom vorhanden ist, ein Mix aus teilweise Wärmepumpen, aber auch stromerzeugenden Heizungen mit Brennstoffzellen, z.B. mit importiertem e-Methanol (oder im Sommer selbst erzeugten H2 - siehe HPS Picea) macht Sinn und

5.

Hier der Text aus der EU Richtlinie, wo viele YT-ber schreiben, die EU verbietet alle Abgaben auf Strom welcher selbst verbraucht wird oder ins Netz eingespeist wird.

Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quelle

 

 

Eigenversorger im Bereich erneuerbare Elektrizität sollten keine diskriminierenden oder unverhältnismäßigen Lasten und Kosten zu tragen haben, und ihnen sollten keine ungerechtfertigten Umlagen und Abgaben auferlegt werden. Ihr Beitrag zur Verwirklichung des Klimaschutz- und Energieziels sowie die Kosten und Nutzen, die sie für das Energiesystem im weiteren Sinne mit sich bringen, sollten berücksichtigt werden. Deshalb sollten die Mitgliedstaaten grundsätzlich keine Umlagen und Abgaben auf erneuerbare Elektrizität, die Eigenversorger am selben Ort produziert und verbrauchen, erheben. Es sollte den Mitgliedstaaten jedoch gestattet sein, nichtdiskriminierende, verhältnismäßige Umlagen und Abgaben auf diese Elektrizität zu erheben und die Förderung damit auf die objektiv notwendige Höhe zu beschränken, wenn das notwendig ist, um die finanzielle Tragfähigkeit des Stromsystems sicherzustellen und ihre Förderregelungen effizient zum Einsatz zu bringen. Gleichzeitig sollten die Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass Eigenversorger im Bereich erneuerbare Elektrizität, wenn Strom ins Netz eingespeist wird, ausgewogen und angemessen an den mit der Produktion, der Verteilung und dem Verbrauch von Strom verbundenen Gesamtkosten beteiligt werden.

...keine diskriminierenden oder unverhältnismäßigen Lasten und Kosten ....

ausgewogen und angemessen an den mit der Produktion, der Verteilung und dem Verbrauch von Strom verbundenen Gesamtkosten beteiligt werden

Wieder mal so ein 'Gummi-Paragraph' , in Deutschland ist es halt "angemessen" aus 3 Cent Erzeugungspreis, dem Kunden 30 Cent in Rechnung zu stellen dank der ganzen EEG Umlagen und Netzentgelte.

Und Hauptnutzniesser sind halt die EEG befreiten energieintesiven Fabriken und Villenbesitzer am 'Lago di Bonzo' (Starnberg, Tegernsee ...) mit sporadischen Eigenverbrauch und viel Einspeisung -- und Hauptzahler sind die zur Miete wohnenden Privathaushalte.

Deutschland mit seiner dichten Besiedlung und schlechter geographischer Lage (schwache Sonne, wenig Küste/Meer für Offshore Wind, kaum Wellenkraft oder Gezeiten, kaum Geothermie, .....) hat ein riesen Speicherproblem.

Mal aus der Filterblase rauskommen und die YT Videos von Prof H.W. Sinn "Energiewende ins Nichts" oder "Zappelstrom" suchen, dort werden die RE-Erzeugungs und Pumpspeicher Kapazitäten mal saisonal gegen den Stromverbrauch in DE gestellt.   So einfach wie es sich die Wolfühlpartei 'Die Grüninnen' macht mit dem Motto : "einfach den Strom zur Speicherung ins Netz einspeisen - und ich will nicht hören das geht nicht" ist es ja nicht. Es ist eine systematische massive Unterdeckung im Winter zu überbrücken und nicht nur mal eben "wenige Tage Dunkelflaute" wie in der Filterblase der RE Lobby so gerne dargestellt wird.

Die Erzeuger stellen die fossilen Kraftwerke als 'Doppelstrukturen' zur Verfügung um die Grundlast zu sichern, die Windkraft wird bei Überschuss abgeregelt, Strom wird zu negativen Preisen an Polen geliefert usw. um das Netz halbwegs  stabil zu halten. Aber wenn die RE Zappelstrom-Erzeugung  oder Wallboxen/Wärmepumpen als abschaltbare Verbraucher mal etwas reguliert werden sollen, geht das Geschrei der hochprofitablen Solar-Lobby (Laudeley, E3DC, Leben mit der Energiewende....)  los.

Was gebraucht wird sind entweder massive Speicher mit zig Terawattstunden Kapazität (Wasserstoff, synt-Methan)  die April bis September aufgefüllt werden, und Oktober bis März zur Stromerzeugung und zum heizen genutzt werden. Bei weniger als 30% Effiizienz von: RE-Strom via H2 oder synt-fuel Speicherung - mit Rückverstromung -- da braucht es sehr viel Solar und Windkraft um alleine den Strombedarf 24h/365d zu decken.

Und Strom ist ja nur 20% der Energienutzung in DE, ohne Kernkraft und Kohle wird alleine diese 20% CO2-Neutral herzustellen schon eine Herkulesaufgabe;  von den restlichen 80% Energiebedarf (Verkehr, Heizung, Fabriken) mal ganz zu schweigen, das kommt ja noch alles dazu.  ....

Oder das ganze Problem wird in die Sahara (Desert-tech) verlagert.

 

 

 

Sehe ich auch so, für die Energiewende, benötigen wir aktuell keinen Speicher.
Im August hatten wir nur für 1 Stunde genügend Strom aus erneuerbaren Stromproduktion um unsere Versorgung in D 100% zu decken.
Wenn 2021 weitere Atomanlagen abgeschaltet werden, der Stromverbrauch hoffentlich wieder steigt gute wirtschaftliche Konjuktur, und erhöter Strombedarf wegen E-Autos und Wärmepumpen gibt, ist ein Speicher für die Energiewende noch weniger sinnvoll.
Als Geldanlage wird ein Speicher langsam atraktiv! Die Versorgungssicherheit bezahlt jemand anderses ohne Eigenheim...

 

https://www.smard.de/page/home/topic-article/426/195760

Höchste und niedrigste Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Am Mittwoch, den 26. August kam es zwischen 13.00 und 14.00 Uhr zur höchsten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Höhe von 67,3 GWh. Zugleich kam es zur höchsten Gesamterzeugung des Monats (82,5 GWh).
In diesem Zeitraum sorgte das Sturmtief „Kirsten“ für eine hohe Windeinspeisung der On- und Offshore-Anlagen in Höhe von 43,4 GWh. Dies entspricht einem Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamterzeugung von rund 65 Prozent.
Weitere 17,8 GWh (26 Prozent) wurden durch Photovoltaikanlagen eingespeist, die restlichen 6,1 GWh (9 Prozent) durch Biomasse, Wasserkraft und sonstige Erneuerbare. Zugleich gab es einen Stromverbrauch von 67,4 GWh. Somit deckten die Erneuerbaren beinahe vollständig den Stromverbrauch beziehungsweise die Netzlast in dieser Stunde.
Insgesamt machte die Erzeugung Erneuerbarer an diesem Tag mit 1,2 TWh rund 75 Prozent der Gesamterzeugung (1,6 TWh) aus.

Am Mittwoch, den 19. August kam es zwischen 02.00 und 03.00 Uhr zum niedrigsten ErzeugungswertErneuerbarer mit 8,3 GWh, bei einem niedrigen Stromverbrauch von 42,1 GWh. Biomasse machte mit 4,4 GWh den Hauptteil bei den Erneuerbaren aus (53 Prozent), Wasserkraft erzeugte rund 2 GWh (24 Prozent), On- und OffshoreWindanlagen zusammen 1,8 GWh (22 Prozent) und sonstige Erneuerbare die restlichen 0,1 GWh (1 Prozent).