Elektroauto fahren macht Spaß. Durchzug, Laufruhe, Umweltfreundlichkeit, es gibt kaum Argumente, die gegen Elektromobilität sprechen. Allerdings heißt das nicht, dass es keine gibt. Denn kann man nicht „klug tanken“, wie es Dr. Habeck in einer Präsentation so realitätsfern formuliert hat, dann wird man von großen Ladeinfrastrukturbetreibern als Kunde wie ein Selbstbedienungsladen behandelt. Ob Abo-Modelle, Roamingwucher oder Ladekarten-Chaos, die großen Anbieter wie EnBW, Aral, Shell, Pfalzwerke oder Ionity haben ein System etabliert, dass viele Autofahrer vom Umstieg auf ein Elektroauto abhält.
Die Hoffnung liegt auf kleineren Ladeautomatenbetreibern, die das Geschäft mit Elektroautofahrern als zweitrangige Nebeneinnahmen oder Service für die Kunden ansehen. Anbieter, bei denen nicht die vom Gesetzgeber zugelassene ungebremste Gier in den Fordergrund stellen. Allerdings gibt es immer wieder Beispiele, die mich an den gesellschaftsdienlichen Zielen solcher kleinen Betreiber.
Ein gutes Beispiel hierfür ist mein Ex-Arbeitgeber, die Sparkasse Fulda. Dort hat man Ende letzten Jahres 14 öffentliche AC-Ladeautomaten installiert. Dass die Freischaltung sich wieder recht kompliziert gestaltet, geschenkt. Aber alles weitere, was ich dort bei meinem Eigenversuch vorfand, kann ich nur als absolute Enttäuschung bezeichnen.
Warum die Sparkases 14 Ladeautomaten in ihrem Parkhaus installiert hat, kann ich nicht nachvollziehen. Auf mich wirkt es nicht so, als wolle man wirklich Elektroautofahrern Anreize zum Laden beim Parken geben. „Steht er, dann lädt er“ bleibt auch im Jahr 2026 eine märchenhafte Erzählung.

